Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Staatsspion

Das Märchen von der Gesundheits-Vorsorge

geschrieben am 23.01.08 um 00:44 Uhr von Lothar Baier

In letzter Zeit geht wieder ein Gespenst in Deutschland um: Die explodierenden Kosten in unserem Gesundheits-System. Warum Gespenst? Weil es in Deutschland gar kein Gesundheits-System gibt. Also können da auch keine Kosten explodieren.

Aber mal ganz von vorne: Das, was wir haben, ist ein System, in dem eine ganze Reihe von Leuten jede Menge Kohle scheffeln, wenn jemand krank wird. Ja, genau. Es wird Geld verdient, weil jemand krank wird. Von einem Gesunden kann nämlich kein Arzt, kein Apotheker, kein Krankenhaus und auch kein Pharmakonzern leben. Damit die alle ihr Auskommen haben, muss erst jemand, oder genauer gesagt: viele, krank werden.

Also mit Gesundheit hat das nichts zu tun. Vielmehr ist Gesundheit gar nicht erwünscht in diesem System. Weil dann die Mitspieler nichts mehr verdienen können. Aber damit das keiner merkt, haben die das einfach Gesundheits-System genannt. Und weil ja alle was für die Gesundheit tun wollen, zahlen sie auch in dieses System ein. Und natürlich, weil der Gesetzgeber sie zwingt. Mit der Versicherungspflicht.

Aber wie in jedem Wirtschaftszweig reicht es den Mitspielern natürlich nicht, dass sie zu den Besserverdienenden in unserem Lande gehören. Nein, sie wollen noch mehr. Und deshalb explodieren die Kosten in diesem System. Dabei könnte man das ganz einfach vermeiden. Durch eine richtige Vorsorge.

Aber wenn dann alle – nah ja, fast alle – gesund wären, dann gäbe es in diesem System nichts mehr zu verdienen. Und deshalb will auch keiner, dass wir gesund werden und gesund sind. Und woran liegt das nun? Nah klar, am System. Denn es befasst sich gar nicht mit Gesundheit, sondern mit Krankheit. Und wie kann man das ändern?

Ganz einfach, mann müsste das System nur an seinen Namen anpassen. Anstatt Unsummen dafür auszugeben, Menschen, die krank sind, gesund zu machen, sollte man das Geld lieber in die Vermeidung von Krankheit investieren. Aber bitte richtig. Vorsorge heißt: Vermeidung von Krankheit. Und das ergibt sich nicht aus einer Vorsorge-Untersuchung einmal im Jahr. Sowas geht nur durch einen Wertewandel.

Wo liegt das Problem? Unser Lebenswandel! Aber nicht das, was uns von den Medizin-Göttern immer vorgehalten wird. Neh, hier geht es ganz was anderes. Ich erklär das mal an einem Beispiel. Seit etwa zwei Jahrzehnten steigt die Zahl der an Diabetes Typ 2 erkrankten Bürger sehr deutlich an. Liegt das daran, wie ja von Medizinern immer wieder behauptet wird, dass wir uns zu wenig bewegen? Zuviel oder überhaupt rauchen? Ja, vielleicht auch ein wenig, aber es erkranken auch Leute an Diabetes, die gar nicht rauchen, vielleicht sogar nie geraucht haben. Und sogar aktives Mitglied in einem Sportverein sind.

Daran allein kann es also nicht wirklich liegen. Aber woran denn nun? Nah gut, ich verrate es Euch: An der Ernährung. Aber nicht am Bigmac oder am Wopper, sondern an ganz normale Nahrungsmitteln. Glaubt Ihr nicht? Dann macht mal folgenden Versuch:

Geht mal in den Supermarkt Eurer Wahl und versucht ein Brot zu kaufen, in dem kein Zucker ist. Oder einen Fruchtjoghurt. Oder eine Nudel-Sauce. Oder noch besser: ein beliebiges Fertiggericht. Egal, ob Pizza oder Schlemmerfilet, in allem ist Zucker drin. Und nicht zu wenig. Es ist nahezu unmöglich, in einem Supermarkt ein zuckerfreies Lebensmittel zu kaufen. Nicht mal Essig gibt es mehr ohne Zuckerzusatz.

Zufall? Wohl kaum. Denn Zucker kostet Geld. Und das würden die Hersteller der Lebensmittel nicht ausgeben, wenn es keinen Grund gäbe. Und der ist auch schnell gefunden: Zucker versüßt im wahrsten Sinne des Wortes den Geschmack. Und macht aus einer drittklassigen Rohware ein scheinbar wohlschmeckendes Endprodukt. Ganz ehrlich – würde man bei all diesen „Lebensmitteln“ (man sollte besser „Krankmacher“ sagen) den Zucker weglassen, bei ansonsten gleichen Zutaten, kein Mensch würde das freiwillig essen.

Also ein ganz einfaches Rezept (warum erinnert mich dieses Wort nur an die Gesundheitsindustrie?): Man kann mit Lebensmitteln sehr viel Geld verdienen, wenn man nicht die beste Qualität an Rohstoffen kauft, sondern eher schlechtere Ware mit Geschmacksverstärkern wie Zucker, Glutamat und anderen Krank- und Dickmachern aufpeppt.

Die Quintessenz aus dieser Erkenntnis? Man muss die Hersteller von Lebensmittel zwingen, ihre Produkte ohne den Zusatz von krankheitsfördernden Stoffen zu produzieren. Das wäre langfristig gesehen wohl die beste Vorsorgemaßnahme und würde zu einer nicht unerheblichen Reduzierung der Kosten im sogenannten Gesundheitswesen führen. Und nebenbei die Menschen ein wenig schlanker machen. Was ja auch der Gesundheit förderlich sein soll.

Aber das will ja gar keiner. Dann verdienen ja alle Beteiligten weniger Geld. Das kann also gar nicht richtig sein. Denn Geld ist ja so viel wichtiger als Volksgesundheit. Neh, ehrlich.

Abgelegt unter: Moderne Märchen

  1. [...] vor den ernormen Kosten, welche durch Arzt- und Behandlungskosten sowie die Leistungen in der Gesundheitsvorsorge (z.B. Impfen, Kontrolluntersuchungen etc.) entstehen. Außerdem zu den Leistungen der [...]


  1. schrieb am 23.01.08 um 12:48 Uhr (Permalink):

    Na vielen Dank! Nur um dem System gerecht zu werden, nur damit es manchen Menschen nicht zu teuer wird, soll ich bestimmte Dinge nicht tun, kaufen oder essen dürfen? Denn darauf würde es ja letztlich auch hinauslaufen, wenn Lebensmittelproduzenten bestimmte Dinge nicht mehr verkaufen dürfen. Das fällt für mich in die gleiche Kategorie wie die ewigen Forderungen, wir sollten doch alle fitter sein und gefälligst nicht ständig zu McDonalds & Co rennen.

    Klar wär das gesünder aber das geht ganz alleine nur mich etwas an!

    Von oben verordnete Gesundheitsmaßnahmen können jawohl keine ernsthafte Lösung sein, oder? Dann schließt mich lieber aus eurem tollen System aus, ich kümmere mich um gewisse Dinge ohnehin lieber (und auch besser, denn schlechter und teurer geht kaum noch!!) selbst.

    Solidarität ist ein schönes Wort aber wenn die als Rechtfertigung für erzwungene Lebensumstände meinerseits benutzt wird, dann pfeif ich darauf.

  2. Lothar Baier
    schrieb am 23.01.08 um 13:21 Uhr (Permalink):

    @Jan>

    So so, Du denkst also, Du dürftest allein entscheiden, ob Du Dich krank frisst. Darfst Du auch. Aber nur, wenn Du nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse bist. Ansonsten müssen nämlich die anderen Mitglieder für Deine Gesundheitsschäden mit aufkommen. Und da wir in Deutschland eine Versicherungspflicht haben, kann man sich dem auch nicht entziehen.

    Also: Damit Du die Freiheit hast, in Dich hinein zu fressen, was immer Du magst, müssen ca. 40 Millionen Krankenkassenmitglieder mehr bezahlen. Und haben nicht die Freiheit, das abzuwählen. Tolles Demokratieverständnis.

    Aber Du hast denn Kern meines Beitrages gar nicht verstanden. Es geht nicht darum, Dir das Essen von z. Bsp. Zucker zu verbieten. Es geht vielmehr darum, denen, die sich gerne zuckerarm oder sogar -frei ernähren möchten, genau das zu ermöglichen. Und da die Hersteller solche Lebensmittel nicht anbieten, oder aber nur als sogenannte „Diätkost“ für horrende Preise, muss man sie vielleicht dazu zwingen.

    Oder findest Du es etwa auch falsch, den Waffenherstellern zu verbieten, tödliche Waffen an Jedermann zu verkaufen?

  3. schrieb am 23.01.08 um 15:36 Uhr (Permalink):

    Ich hab den Kern schon verstanden (hoffe ich), nur gefällt mir die Schlussfolgerung ganz und gar nicht, weil sie sich für mich eher so las, dass es darum geht, nur noch solche Dinge anzubieten.

    Gleichwohl halte ich das bestehende System der gesetzlichen Kassen für einen wesentlichen Kostentreiber. Wieviele Anreize haben die Kassen denn, ihre Leistungen zu günstigen Preisen anzubieten? Und das wird dann durch den „Gesundheitsfonds“ noch ein bisschen verschlimmbessert.

    Gegen eine Versicherungspflicht an sich hab ich gar nichts, nur würde ich mich lieber selbst entscheiden dürfen, bei wem ich mich versichere. Und damit meine ich nicht die beinahe irrelevante Auswahl zwischen AOK oder Barmer.

    Was die Preise für hochwertigere Lebensmittel angeht, so dürfte uach hier der alte Grundsatz gelten, dass Qualität nunmal ihren Preis hat. Man kann schlecht die Lebensmittelbranche dazu zwingen, Dinge unter Wert zu verkaufen. Zumal Discountern inzwischen sogar schon Preisuntergrenzen auferlegt worden sind, wenn da jetzt noch Preisobergrenzen hinzukämen, wär die Planwirtschaft im Lebensmittelbereich ja schon beinahe perfekt. Wohin soll so etwas führen?

  4. schrieb am 23.01.08 um 15:49 Uhr (Permalink):

    PS: Den Vergleich mit den Waffenhändlern finde ich etwas abwegig. Selbst die fettesten Pommes sind ein kleines Bisschen ungefährlicher als eine Pistole.

    Gleichwohl darf ich doch wohl in der Tat mal provokant die Frage in den Raum werfen, wovor derjenige eigentlich Angst hat der z.B. mir verbietet mir eine Waffe zu kaufen? Nicht dass ich eine brauchen würde oder mir eine kaufen würde, wenn ich es dürfte. Ist schon seltsam, zumal derjenige, der mir das verbietet, der selbe Gesetzgeber ist, der jedes Jahr tausenden jungen Männern (oft genug gegen ihren Willen) den Umgang mit Waffen (und zwar definitiven Mordwaffen) beibringt.

  5. schrieb am 30.01.08 um 09:24 Uhr (Permalink):

    Also das ist echt interessant. Kommen wir mal zu der Zuckeranalyse. Es ist richtig, dass vieles mit Glutamat als Geschmacksverstärker unterstützt wird, Glutamat hat aber rein gar nichts (zumindest bis jetzt wissenschaftlich nicht erwiesen) mit Diabetis zu tun.

    Und dann kommen wir mal zum Zucker. Zucker ist gar kein Geschmacksverstäker (das wären zum Beispiel neben Glutamat auch Fette), sondern hat einen hohen Eigengeschmack. Hinzu kommt, dass im exemplarisch hier aufgeführten Essig so gut wie nie externen Zucker hereingemischt wird. Essig entwickelt bei der Herstellung (durch Bakterien) einen natürlichen Zuckergehalt. So wie sehr sehr viele andere Lebensmittel auch.

    Auch ist erwiesen, dass in den Lebensmitteln heute nicht mehr Zucker und Fette enthalten sind, es gibt jediglich mehr von den „Schlimmen“ (Chips, Schokoriegel etc.)

    Und dann zur letzt zur ersten Aussage, die extrem zweifelhaft ist. Natürlich gibt es auch Leute, die Sport machen usw., die an Diabetis II erkranken. Es gibt ja auch Leute, die sterben am Herzinfarkt obwohl sie ein super trainiertes Herz haben. Aber der Anteil ist extrem gering. Der Anteil der Leute, die an Diabetis II erkranken und die Risikofaktoren, wie dick und untrainiert sein, in sich vereinen ist immens viel höher. Also daraus lässt sich mit Sicherheit nicht die Studie umdrehen, dass es eigentlich gar nicht daran liegt.

    Ganz schmaler Grad hier.

  6. Lothar Baier
    schrieb am 30.01.08 um 10:01 Uhr (Permalink):

    @Shore>

    „Wissenschaftlich erwiesen“ ist in diesem Zusammenhang fast ein Hohn. Schau Dir mal die Auftraggeber der entsprechenden Studien an. Zum Beispiel gibt es dutzende Studien, die

    1. beweisen, das Zucker nicht ungesund ist
    2. den Zusammenhang von Zuckerkonsum und Diabetes leugnen
    3. beweisen, dass bei der Herstellung von Lebensmitteln nicht mehr Zucker verwendet wird als früher.

    Alle! diese Studien sind von der Zucker-Industrie bezahlt worden. Alle!. Ich habe als Jemand, der selbst an Diabetes Typ II erkrankt ist, sehr ausführlich recherchiert. Und ich habe keine wirklich unabhängige Studie zu diesem Thema gefunden. Ach ja: Konsens ist kein Beweis!

    Und außerdem hast Du wohl nicht ganz verstanden, worum es in diesem Beitrag geht: Um Vorsorge. Wer sich ordentlich ernährt und einen halbwegs „normalen“ Lebenswandel führt, wird nicht so oft krank. Aber, weil man an Gesunden nicht so viel verdienen kann, wie an Kranken, wird Vorsorge nicht ordentlich gefördert. Von unsere Krankenkassenbeiträgen sind im Jahre 2006 nur 0,64% für Vorsorge ausgegeben worden.

    Das zehntausendfache dieses Vorsorge-Anteils wird in die Produktion und Bewerbung von ungesunden Lebensmitteln ausgegeben. Teils mit erheblichen Subventionen durch Staat und EU. Da liegt das Problem. Und der Zucker ist nur ein Beispiel.

    P.S.: Dass Zucker kein Geschmacksverstärker ist, ist ein weiteres Märchen der Industrie. Die scheuen nicht mal davor zurück, ihren Produkten erst Bitterstoffe hinzuzufügen, um damit den exorbitant hohen Zuckeranteil zu begründen. Les’ Dir doch mal die Rezepturen durch. Du wirst staunen.

  7. schrieb am 31.01.08 um 00:09 Uhr (Permalink):

    Also nur weil Zucker reingemacht wird, ist es kein GEschmackverstärker, es ist halt ein Süßer.

    Und das Problem, dass Vorsorge nicht gefördert wird, liegt zum großen Teil am Krankenkassen-System. Denn hier werden bei den gesetzlichen Krankenkassen die Risikostrukturstrukturausgleiche nach den Kosten des Vorjahres vergeben (ok, auch andere Faktoren, aber das ist einer der Hauptfaktoren). Habe ich niedrigere Kosten, bekommen ich ein niedrigeres Budget. Das will keiner. Der Risikostrukturstrukturausgleich verhindert also, dass die Kassen sich stark bemühen die Kosten zu senken.

    Daher haben Privatkrankenkassen ein riesiges Angebot an Vorsorge angeboten (meine zumindest). Diese arbeiten nur auf eigene Kassen und werden für niedrige Kosten gleich belohnt. Dazu zählen Teilübernahmen von Fitness-Studio und sogar Personal-Trainer Kosten (bei Rückentrainings-Qualifikation), bietet kostenlose Ernährungskurse an, vergünstigten Schwimmbadeintritt, wird nachgewiesen gesünder gelebt (Nicht-Raucher, kein tiefes Bauchfett und einiges anderes noch) dann wird auch Geld zurükgezahlt.

    Also es geht schon …


Ihre Daten werden niemals an Andere weiter gegeben. Die Email-Adresse wird nicht angezeigt. Notwendige Felder sind so markiert: *

*
*
 

CMS: GravitalisRS | Design Copyright © 2007 by: BlogPimp | Inhalte Copyright © 2007 by: Lothar Baier | Bild im Seitenkof von: Pixelio